Säen und Ernten – ein Küsterjahr

Marlon Becker und Hannah Golin (Foto: privat)

Unser Küsterpaar Hannah Golin und Marlon Becker berichtet.

Im Sommer letzten Jahres begannen wir unseren Küsterdienst in der Markuskirchengemeinde Marbach. Es war ein kleineres „Wir“ als gedacht. Eigentlich hatten mein Mann und ich vorgehabt uns den Dienst mit einer anderen Familie zu teilen, da wir nicht wussten, ob wir dem Küsterdienst zwischen Familie, Arbeit, Freunden, Ehrenamt, Musik und Fortbildungen allein gerecht werden könnten. Der Respekt war groß – schließlich hatten wir einige der Aufgaben schon bei den Großeltern oder bei der Küsterfamilie in der Heimatgemeinde miterlebt.

Im Gespräch mit unserer Pfarrerin und in der Arbeit übers Jahr wurde aber schnell klar, dass das „Wir“ viel größer war als gedacht: So viele hilfsbereite und engagierte Menschen, denen wir im Kirchenvorstand, in der Vikarin, beim Aufbau von Festzelten, dem Schmücken zur Konfirmation, beim vielfältigen Buffet der Kirche Kunterbunt oder hinterm Grill beim Himmelfahrtsgottesdienst begegnen durften…

Vielfältig waren auch die Aufgaben, die auf uns warteten: Blumenschmuck, läuten, heizen, Lieder hängen, Antependienwechsel, Gartenarbeit, Kerzenschneiden, Kirchencafé und Einkäufe waren eher die Routine, zu der sich dann mal ein undichter Wasserhahn, ein gerostetes Fallrohr, ein widerspenstiger Briefkasten, der Aufzugs-TÜV kurz vor Weihnachten, Adventskranzwinden, eine Diamantene Hochzeit, eine sonnenblumige Einschulung, ein Fußball-Gottesdienst oder das 60-jährige Jubiläum gesellten.

Es war so schön zu erleben, dass sich manches auch kombinieren ließ und sich zum Krippenspiel kurzerhand eine (Groß-)Elternband gründete oder die Gitarre im reizarmen Gottesdienst zum Einsatz kam. Wo hat man schon einen Arbeitsplatz, an den man regelmäßig Kinder, Freunde, Omas und Opas mitbringen kann? Und sie auch noch von Herzen willkommen sind und sogar unterstützen können?

„Säen und ernten“ – so lautet die Überschrift eines Plakates in der Markuskirche, bei dem man sich seit einigen Wochen Komplimente „abpflücken“ und weitergeben oder neue „pflanzen“ kann und sie unterstreicht noch mal mehr die angenehme Arbeitsatmosphäre, die wir dieses Jahr erleben durften. Kompliment zurück also an Pfarrerin Annika Wölfel und die Gemeinde, die uns so herzlich aufgenommen haben. Danke für die angenehmen Dienstbesprechungen, eine Fehlerkultur, die auf Lösungsorientierung setzt und dafür, dass tatsächlich gelobt und nicht nur nicht gemeckert wird.

Spendenkonten

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