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Dienstag, 19.09.2017

Als die Marbach eine neue Kirche bekam - Teil 1

Bau der Markuskirche 1963 (Foto Marburg)

Fahrstühle sind Teil unseres täglichen Lebens. Wir nutzen sie in etagenreichen Gebäuden oder wenn wir vom Pilgrimstein zur Oberstadt wollen. Dass allerdings eine Kirche mit einem Aufzug gesegnet ist, hat Seltenheitswert. Der Aufzug in der Markuskirche ist also etwas ganz Besonderes; zudem ist er sehr nützlich. Durch den Fahrstuhl kann die Gemeinde den barrierefreien Zugang zur Kirche gewährleisten. Bis zum Einbau im Jahr 2004 mussten die Kirchenbesucher Treppenstufen steigen, was selbst für die an Steigungen und Treppen gewöhnten Marbacher Bürger eine Mühsal war.

Als es Ende der fünfziger Jahre an die Planung der Kirche ging, die ab 1960 von Diplomingenieur Günther Scholz geleitet wurde, konnte von einem Fahrstuhl noch nicht die Rede sein. Das Baudezernat der Landeskirche wollte zunächst nur einen äußeren Treppenaufgang genehmigen, ließ sich aber von dem Argument überzeugen, dass in den Wintermonaten niemandem das Freiräumen von Schnee und Eis zuzumuten sei. Günther Scholz setzte sich mit seinem Entwurf durch, der den Treppenaufgang in den Kirchturm verlagerte und diesen mit dem Kirchengebäude über eine Brücke verband. Einen starken Fürsprecher fand der Architekt in Pfarrer Franz Bücking, der diese architektonische Finesse symbolisch deutete: „Das Hinaufsteigen zum Hause des Herrn, um anzubeten.“
[Zitat aus: Karl Anton Müller, Marbach im Wandel und Werden 1272-1972, S.167]